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Empfehlung für Dateiformate

Mit der Möglichkeit, AV-Dateien über das Internet anzubieten, wurden auch mehrere Dateiformate entwickelt. Einige Dateiformate haben sich etabliert, andere sind nur mit bestimmten Geräten abspielbar und einige sind wieder von der Bildfläche verschwunden. Neben den vielen Dateiformaten gibt es auch unzählige Möglichkeiten der Einstellungen und Eigenschaften, die noch mehr zu Verwirrungen führen. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir einige Empfehlungen und FAQs zusammengefasst.

1. Welche Video- und Audiodateiformate werden empfohlen?

Grundsätzlich empfehlen wir als Videoformat MP4. Dabei handelt es sich um ein Video-Containerformat, in dem sich Videoelemente (bevorzugt in H.264) und Audioelemente (bevorzugt in AAC oder MP3) befinden.

Als Audioformat empfehlen wir das weit verbreitete Format MP3.

2. Empfehlungen für Dateigrößen, Bitraten und Codecs

Neben den vielen Dateiformaten gibt es auch unzählige Möglichkeiten, mit welchen Eigenschaften eine AV-Datei gespeichert worden ist. Die wichtigsten Eigenschaften sind:

  • Auflösung
  • Seitenverhältnis
  • Kompressionsstandard
  • Datenübertragungsrate
  • Bildwiederholrate

Die Eigenschaften spielen sehr eng miteinander zusammen. Eine hohe Datenrate und eine niedrige Auflösung sind beispielsweise nicht zielführend. Das Ändern der Eigenschaften hat auch Auswirkungen auf die Qualität und Dateigröße. Beim Speichern von AV-Dateien muss man daher auf diese Punkte Rücksicht nehmen.

2.1. Auflösung

Die Auflösung definiert die Anzahl der Zeilen und Spalten in einem Video. Je höher die Auflösung, desto feiner sind Details erkennbar. Oft werden Videos in bestimmen Auflösungen gespeichert, um auf speziellen Endgeräten (z. B. iPad, HD-Bildschirmen) optimal dargestellt zu werden.

Die Auflösung wird meist in Pixel angegeben, meistens finden sich auch bestimmten Abkürzungen, die mit bestimmten Auflösungen in Verbindung gebracht werden. Bekannte Auflösungen und Abkürzungen sind z. B.

PAL

Klassische TV-Auflösung in 720x576, 704x576, 768x576 für den europäischen Raum. Wird heute noch verwendet, aber immer mehr von HD-Formaten abgelöst

NTCS

Wie PAL, jedoch für den amerikanischen Raum und mit geringfügig anderen Auflösungen

HD720

HD1080

High Definition-Auflösung mit unterschiedlichen Auflösungen:

  • HD720 (meist 1280x720)
  • HD1080 (meist 1920x1080)

Darüber hinaus sind noch markenspezifische Auflösungen und Abkürzungen bekannt, die bei bekannten Konvertierungs- und Schnittprogrammen gerne verwendet werden:

  • Apple TV
  • Apple iPad
  • Apple iPad 360p, 480p, 720p
  • Android-Tablet 720p
  • und noch viele mehr …

Mit diesen markenspezifischen Auflösungen ist es möglich, für spezielle Endgeräte das passende Exportformat zu wählen.

2.2. Seitenverhältnis

Das Seitenverhältnis bestimmt das Verhältnis von Breite zu Höhe. Dabei werden meist zwei Seitenverhältnisse verwendet: 4:3 und 16:9.

Ältere Aufzeichnungen wurden oft im Verhältnis 4:3 erstellt. Mittlerweile hat sich aber längst das Verhältnis 16:9 durchgesetzt.

2.3. Kompressionsstandard

Ohne Kompression wären viele AV-Dateien nicht über das Internet abspielbar, da die Dateigröße und Datenrate einfach zu hoch wäre. Mit Kompressionsverfahren (sogenannte Codecs) wird die Dateigröße (und damit die Datenrate beim Abspielen über das Internet) reduziert und dabei versucht, die Qualität so gut es geht, beizubehalten.

Weit verbreitet ist im Audiobereich die Komprimierung als MP3 oder AAC und im Videobereich H.264. AV-Dateien, die mit diesen Verfahren komprimiert wurden, lassen sich mit einem Großteil der Geräte abspielen.

2.4. Datenübertragungsrate

Die Datenübertragungsrate bezeichnet jene Datenmenge, die in einer bestimmten Zeit über das Internet übertragen wird. Sie wird meist in kbit/sec oder Mbit/sec angegeben.

Datenübertragungsraten werden auch bei Mobilfunk- und Internetanbietern angegeben (z. B. 128 kbit/sec, 1,5 Mbit/sec, 3 Mbit/sec) und bestimmt damit den maximalen Durchsatz an Daten. Mobile Internetanbindungen haben meist geringere Datenübertragungsraten. Breitbandanschlüsse (z. B. ADSL) oder das Netzwerk der Universität bieten meistens jedoch weit höhere Übertragungsraten an.

Bei AV-Dateien spielt die Datenübertragungsrate eine große Rolle, da sie sich aus der Länge der AV-Datei und der Dateigröße zusammensetzt und die Qualität mitbestimmt. Ist die Datenübertragungsrate zu hoch, stockt die AV-Datei beim Abspielen oder kann mitunter gar nicht abgespielt werden. Man muss daher ein gutes Mittelmaß finden, damit alle Kunden die AV-Dateien problemlos in guter Qualität abspielen können.

2.5. Bildwiederholrate

Die Bildwiederholrate wird in Bildern pro Sekunde (fps: Frames per Second) angegeben. Je niedriger die Bildwiederholrate ist, desto geringer ist der Speicherplatz, aber desto stockender wird das Video. Ab einer Bildwiederholrate von etwa 15 Bildern pro Sekunde erkennt das menschliche Auge einen Film als „flüssig".

Bildwiederholraten sind zum Großteil standardisiert:

50 (50 i, 50 interlaced)

50 (oder auch 50 interlaced) wird für den Fernsehstandard PAL verwendet. Dabei werden 50 Halbbilder gesendet.

60 (60 i, 60 interlaced)

wie PAL, jedoch für den amerikanischen Standard NTSC mit 60 (eigentlich 59,94) Halbbildern pro Sekunde.

25 (25 p, 25 progressive)

Hier werden im Gegensatz zu 50 Halbbildern 25 Vollbilder gesendet.

30 (30 p, 30 progressive)

Wie 25 p, jedoch anlehnend an den amerikanischen Standard NTSC mit 30 (eigentlich 29,97) Vollbildern pro Sekunde

Bei AV-Dateien, die über das Internet konsumiert werden, wird meist Vollbild (25 oder 30 p) verwendet. Es macht hier keinen Unterschied, ob die Datei mit 25 fps oder 30 fps gespeichert wird.

Muss eine sehr niedrige Datenrate verwendet werden, kann man durchaus auch eine Bildwiederholrate von 15 – 20 fps verwendet werden.

3. Checkliste der Dateiformate und Einstellungen für das Speichern von AV-Dateien

In der folgenden Checkliste finden Sie eine Empfehlung für Dateiformate und deren Einstellungen für das Speichern von AV-Dateien.

AV-Datei

Auflösung

Seitenverhältnis

Bildwiederholrate

Kompression

Datenübertragung

Verwendungszweck

Audio: mp3

-

MPEG-1 Audio Layer III

Oder

MPEG-2 Audio Layer III

128 kbit/sec stereo

Audioaufnahmen, Interviews, Sprachaufnahmen

Audio: mp3

-

MPEG-1 Audio Layer III

Oder

MPEG-2 Audio Layer III

160 kbit/sec stereo

Bis

224 kbit/sec stereo

Konzertmitschnitte, Audio-CDs

Audio: wav

-

Unkomprimiert, 48 kHz, 16 bit stereo

1536 kbit/sec stereo

NICHT für Internet geeignet, nur für lokale Speicherung und Sicherung

Video: mp4

640x360

16:9

25 fps

Video: MPEG-4/AVC HD Level 3

Audio: AAC 48 kHz, Stereo

Video: 220 kbit/sec

Audio: 80 kbit/sec

Aufzeichnungen aller Art; für geringe Bandbreiten

Video: mp4

854x480

16:9

25 fps

Video: MPEG-4/AVC HD Level 3.1

Audio: AAC 48 kHz, Stereo

Video: 750 kbit/sec

Audio: 128 kbit/sec

Aufzeichnungen aller Art; für mittlere Bandbreiten

Video: mp4

1280x720

16:9

25 fps

Video: MPEG-4/AVC HD Level 3.1

Audio: AAC 48 kHz, Stereo

Video: 1500 kbit/sec

Audio: 128 kbit/sec

Aufzeichnungen aller Art; für gute Bandbreiten

Video: mp4

1920x1080

16:9

25 fps

Video: MPEG-4/AVC HD Level 4.2

Audio: AAC 48 kHz, Stereo

Video: 32 – 40 Mbit/sec

Audio: 192 kbit/sec

NICHT für Internet geeignet, nur für lokale Speicherung und Sicherung

 

 

 

 

 

 

Hinweise zur Tabelle:

  • die oben genannten Werte sind Empfehlungen.
  • bei den Videoeinstellungen wird durchgängig das Audioformat AAC verwendet. Es kann auch das MP3-Format mit gleichen Einstellungen verwendet werden.
  • Beim Speichern von MP4-Dateien muss man oft sogenannte „Levels" angeben. Je höher ein Level ist, desto höher ist in der Regel auch die Datenrate.
  • Wir empfehlen, AV-Dateien auch mit geringer Dateigröße (z. B. für geringe Bandbreiten) anzubieten, da mittlere und hohe Bandbreiten und Internetanbindungen zu Endkunden noch nicht durchgängig verfügbar sind.

Umwandlung von Audio- und Videoformaten

Mit einer guten Schnittsoftware (z. B. Adobe Premiere) kann man AV-Dateien direkt in das gewünschte Format exportieren. Sie müssen lediglich die Werte der obigen Tabelle beim Export angeben.

Eine gute Schnittsoftware ist meistens auch teuer und nicht immer verfügbar. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von kostenlosen Softwareprodukten, mit denen man Audio- und Videodateien in verschiedenste Formate, Auflösungen, etc. umwandeln kann.

Wir empfehlen z. B. die Software Handbrake (https://handbrake.fr/). Diese ist einfach zu bedienen und ist für verschiedenste Plattformen (Apple, Windows, Ubuntu) verfügbar. Die Einstellungen in der oben abgebildeten Tabelle kann man auch relativ einfach übernehmen und in sogenannten Presets abspeichern. Die 4 wichtigsten Preset-Einstellungen stehen hier zum Download zur Verfügung und können über die Import-Funktion in Handbrake übernommen werden.

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